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Was Booking.com wirklich kostet: Provision richtig rechnen

Direktbuchungs-Website für Hotels und FerienwohnungenHOHEIT Redaktion, 3 Minuten Lesezeit

Frisch bezogenes Hotelbett mit weißen Kissen

Kurz beantwortet

Die Kosten einer Booking.com-Buchung bestehen aus der vertraglich vereinbarten Provision, gegebenenfalls Gebühren für die Zahlungsabwicklung und bei manchen Betrieben aus Umsatzsteuer auf die Provision. Weil die Provision in der Regel auf den Bruttobetrag berechnet wird, ist ihr Anteil am Nettoumsatz höher als der Vertragssatz. Direktbuchungen kosten ebenfalls Geld, meist aber deutlich weniger. Seit Booking.com 2024 als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act eingestuft wurde, darf die Plattform Ihnen günstigere Preise auf der eigenen Website nicht mehr verbieten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechnen Sie die Provision gegen Ihren Nettoumsatz, nicht gegen den Bruttopreis. Der Anteil ist höher als der Vertragssatz.
  • Zur Provision kommen je nach Vertrag Zahlungsgebühren und bei Kleinunternehmern möglicherweise Umsatzsteuer, die nicht abziehbar ist.
  • Auch Direktbuchungen haben Kosten: Zahlungsanbieter, Website, Werbung. Der Vergleich muss beide Seiten zeigen.
  • Booking.com ist seit dem 13. Mai 2024 Gatekeeper nach dem Digital Markets Act. Preisparitätsklauseln gegenüber Ihren eigenen Kanälen sind damit unzulässig.

Warum der Vertragssatz täuscht

Im Partnervertrag steht ein Prozentsatz. Viele Häuser rechnen damit direkt gegen den Zimmerpreis und kommen auf eine überschaubare Zahl. Die Provision wird in der Regel aber auf den Buchungsbetrag inklusive Umsatzsteuer berechnet, Ihr Ertrag ist dagegen der Betrag ohne Umsatzsteuer. Welche Abgaben ausgenommen sind, etwa eine separat ausgewiesene Ortstaxe, regeln Ihre Vertragsbedingungen.

Ein Rechenbeispiel mit Beispielwerten, die Sie durch Ihre eigenen ersetzen:

| Posten | Betrag | | --- | --- | | Zimmerpreis pro Nacht, inkl. 10 % USt | 150,00 € | | davon Umsatzsteuer | 13,64 € | | Nettoumsatz | 136,36 € | | Provision, Beispielsatz 15 % vom Bruttobetrag | 22,50 € | | Anteil der Provision am Nettoumsatz | 16,5 % |

Aus 15 Prozent im Vertrag werden 16,5 Prozent Ihres Nettoumsatzes. Bei einem Jahresumsatz über das Portal im sechsstelligen Bereich ist der Unterschied spürbar. In Österreich gilt für die Beherbergung der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10 Prozent, für andere Länder setzen Sie den dort gültigen Satz ein.

Was noch dazukommt

  • Zahlungsabwicklung: Wickelt die Plattform die Zahlung für Sie ab, können dafür eigene Gebühren anfallen. Die Höhe steht in Ihrem Vertrag oder im Extranet.
  • Sichtbarkeitsprogramme: Programme, die gegen höhere Provision mehr Sichtbarkeit versprechen, erhöhen den Satz für die betroffenen Buchungen.
  • Umsatzsteuer auf die Provision: Die Provisionsrechnung kommt aus dem Ausland. Wer als Kleinunternehmer keinen Vorsteuerabzug hat, trägt die dafür anfallende Umsatzsteuer möglicherweise selbst. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.

Was eine Direktbuchung kostet

Eine ehrliche Rechnung zieht auch von der Direktbuchung etwas ab. Die Zahlung über einen Anbieter wie Stripe kostet Gebühren je nach Karte und Herkunft. Die Website selbst kostet einmalig und laufend Geld, und wer Werbung schaltet, zahlt für Klicks. Der Unterschied: Diese Kosten sind großteils fix oder planbar und steigen nicht automatisch mit jedem Euro Umsatz.

Mit dem Provisionsrechner setzen Sie Ihre eigenen Werte ein und sehen, was eine Verschiebung von Buchungen auf den direkten Kanal im Jahr ausmacht.

Paritätsklauseln: was sich geändert hat

Lange verlangten Buchungsportale, dass Hotels auf der eigenen Website nicht günstiger sind als auf dem Portal. In Österreich und Deutschland wurden solche Klauseln schon vor Jahren eingeschränkt. Seit die EU-Kommission Booking am 13. Mai 2024 als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act benannt hat, gilt für Booking.com EU-weit: Die Plattform darf gewerbliche Nutzer nicht daran hindern, dieselben Leistungen über eigene Vertriebskanäle zu anderen Preisen oder Bedingungen anzubieten.

Viele Häuser setzen trotzdem lieber auf Vorteile statt auf Rabatte: Frühstück inklusive, späterer Check-out, flexible Stornierung. Das schützt die Preisstruktur und ist für Gäste leicht zu vergleichen, wenn Ihre Direktbuchungs-Website die Vorteile an der richtigen Stelle zeigt.

Was Sie jetzt tun können

  1. Eigene Zahlen holen: Provisionsrechnungen der letzten zwölf Monate und Umsatz nach Kanal aus dem PMS.
  2. Nettoanteil berechnen: Provision und Gebühren gegen den Nettoumsatz des Kanals.
  3. Direktanteil prüfen: Wie viel Umsatz kommt heute direkt, und wie viele Gäste kommen wieder?
  4. Buchungsweg testen: Buchen Sie auf dem Smartphone selbst auf Ihrer Website. Wie lange dauert es, wo hakt es? Unser Technik-Check macht das für Sie.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Wird die Booking.com-Provision auf den Bruttopreis berechnet?

In der Regel wird sie auf den Buchungsbetrag inklusive Umsatzsteuer berechnet. Welche Abgaben ausgenommen sind, steht in Ihren Vertragsbedingungen.

Darf ich auf meiner Website günstiger sein als auf Booking.com?

Booking.com darf Ihnen das als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act nicht mehr verbieten. Viele Häuser arbeiten dennoch mit Vorteilen statt Rabatten.

Sind Direktbuchungen kostenlos?

Nein. Zahlungsgebühren, Website und Werbung kosten Geld. Diese Kosten sind aber großteils planbar und meist niedriger als eine umsatzabhängige Provision.

Über die Redaktion

HOHEIT Redaktion

Die Redaktion von HOHEIT, einem Produkt der EA Digital Solutions e.U. in Graz, schreibt über Provisionen, Direktbuchung, Channel-Manager, KI und Recht in der Beherbergung. Jede Zahl mit Quelle, jeder Text von Menschen geprüft.

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