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Baukasten, Software-Website oder eigene Seite: was Direktbuchung kostet

Direktbuchungs-Website für Hotels und FerienwohnungenHOHEIT Redaktion, 4 Minuten Lesezeit

Notizbuch mit Zahlenkolonnen, Taschenrechner und Kaffeetasse auf einem Holztisch am Fenster

Kurz beantwortet

Eine eigene Buchungsseite kostet entweder wenig Geld und etwas Kontrolle oder umgekehrt. Baukästen und Vermietungssoftware starten bei knapp 30 Euro im Monat, erheben in den günstigen Tarifen aber häufig eine Buchungsgebühr von rund einem bis zwei Prozent, und zwar auch auf Buchungen über Ihre eigene Website. Eine individuell gebaute Website kostet einmalig vier- bis fünfstellig und danach eine feste Monatspauschale, dafür bleibt der Umsatz ungeschmälert. Ab welcher Größe sich was rechnet, hängt vom Jahresumsatz über den eigenen Kanal ab, nicht von der Anzahl der Einheiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Wege: Baukasten, Website aus der Vermietungssoftware oder eine eigen gebaute Seite. Alle drei können Direktbuchungen, sie unterscheiden sich in Kosten, Kontrolle und Aufwand.
  • Die Buchungsgebühr ist der versteckte Posten. Smoobu verlangt im Tarif Professional Flex 0,9 Prozent je Buchung und 0 Prozent im Prepaid-Tarif; bei anderen Anbietern sind rund 1,9 Prozent in den kleineren Tarifen dokumentiert. Sie fällt auch auf Direktbuchungen an.
  • Rechnen Sie in Jahresumsatz, nicht in Monatspreis. Ein Prozentpunkt auf 100.000 Euro Direktumsatz ist 1.000 Euro im Jahr, unabhängig davon, ob der Tarif 29 oder 49 Euro kostet.
  • Ein Baukasten ist oft die richtige Wahl. Bei ein bis drei Einheiten, wenig Direktumsatz und knapper Zeit schlägt er jede Agentur.

Drei Wege, eine Buchungsseite

Baukasten mit Buchungsfunktion. Sie wählen eine Vorlage, füllen Texte und Bilder ein, der Kalender kommt aus demselben System. Start an einem Nachmittag, Kosten ab knapp 30 Euro im Monat. Die Seite sieht aus wie die Vorlage, und Sie arbeiten innerhalb dessen, was das System vorsieht.

Website aus der Vermietungssoftware. Viele Channel-Manager bringen einen Website-Baukasten mit. Der große Vorteil: Kalender, Preise und Buchungen liegen ohnehin in diesem System, es gibt keine zweite Schnittstelle. Der Nachteil ist derselbe wie oben, dazu kommt eine engere Bindung an den Anbieter.

Eigen gebaute Website mit Anbindung. Die Seite gehört Ihnen, Struktur und Texte richten sich nach Ihrem Haus, und die Verfügbarkeit kommt über eine Schnittstelle aus dem System, das Sie schon nutzen. Das kostet einmalig deutlich mehr und danach eine feste Pauschale. Gegenüber Portalprovisionen ist das ein anderer Kostentyp: planbar statt umsatzabhängig.

Die Gebühr, die man beim Vergleich übersieht

Monatspreise lassen sich leicht vergleichen, Prozentsätze nicht. Genau dort liegt aber der Unterschied. Smoobu weist auf seiner Preisseite für den Tarif Professional Flex 29 Euro im Monat plus 0,9 Prozent Buchungsgebühr aus; der Tarif Professional Prepaid kostet bei Jahreszahlung 31,50 Euro im Monat und kommt ohne Buchungsgebühr aus (Stand: 20. September 2026). Für Lodgify berichten unabhängige Vergleichsseiten übereinstimmend von 1,9 Prozent in den kleineren Tarifen, die erst im teuersten Tarif entfallen; die Preisseite des Anbieters ist für automatisierte Abrufe gesperrt, prüfen Sie den Stand vor einer Entscheidung selbst.

Was das ausmacht, zeigt eine Rechnung mit Beispielwerten, die Sie durch Ihre eigenen ersetzen:

| Posten | Beispielwert | | --- | --- | | Einheiten | 4 | | Durchschnittspreis pro Nacht | 120 € | | Auslastung | 60 % | | Vermietete Nächte pro Jahr | 876 | | Umsatz pro Jahr | 105.120 € | | Buchungsgebühr bei 0,9 % | 946 € | | Buchungsgebühr bei 1,9 % | 1.997 € |

Die Gebühr fällt auf jede Buchung an, auch auf die des Stammgasts, der ohnehin direkt gebucht hätte. Sie wächst mit dem Erfolg genau des Kanals, den Sie aufbauen wollen. Wie sich das zur Portalprovision verhält, rechnet der Provisionsrechner mit Ihren Zahlen durch.

Wann ein Baukasten die bessere Wahl ist

Ehrlich gesagt: häufiger, als Agenturen zugeben. Ein Baukasten passt, wenn

  • Sie ein bis drei Einheiten vermieten und der Direktumsatz im Jahr unter etwa 40.000 Euro liegt,
  • Sie die Seite selbst pflegen wollen und mit einer Vorlage leben können,
  • Ihr Channel-Manager den Baukasten ohnehin enthält,
  • oder Sie erst testen wollen, ob Direktbuchungen bei Ihnen überhaupt funktionieren.

In diesen Fällen sind ein paar hundert Euro Gebühr im Jahr günstiger als jede individuelle Lösung. Fangen Sie damit an und wechseln Sie später, wenn der direkte Kanal trägt.

Wann sich eine eigene Website rechnet

Der Wechsel lohnt sich, wenn mehrere Punkte zusammenkommen: Der Direktumsatz liegt im sechsstelligen Bereich, die Vorlage begrenzt Sie sichtbar, Sie brauchen eigene Inhalte für Suchmaschinen und KI-Antworten, oder Sie wollen die Gästedaten und die Zahlungsabwicklung selbst in der Hand haben. Ab 100.000 Euro Direktumsatz kostet ein Prozentpunkt Buchungsgebühr 1.000 Euro im Jahr; über fünf Jahre ist das der Gegenwert eines kompletten Website-Projekts.

Der zweite Grund ist Sichtbarkeit. Baukasten-Seiten teilen sich Struktur und oft auch Textbausteine mit hunderten anderen Unterkünften. Wer in Suchergebnissen und in KI-Antworten vorkommen will, braucht eigene Inhalte und saubere strukturierte Daten, die Vorlagen selten mitbringen.

Was Sie vor der Unterschrift prüfen sollten

  1. Buchungsgebühr: Gibt es eine, auf welche Buchungen, und entfällt sie in einem höheren Tarif?
  2. Laufzeit und Kündigung: Monatlich kündbar oder Jahresbindung mit automatischer Verlängerung?
  3. Eigentum: Gehören Domain, Inhalte, Bilder und Gästedaten Ihnen, auch nach dem Wechsel?
  4. Export: Bekommen Sie Buchungen und Gästedaten in einem lesbaren Format heraus?
  5. Wer ändert Inhalte: Können Sie Preise, Texte und Bilder selbst pflegen, oder kostet jede Änderung extra?
  6. Ladezeit auf dem Handy: Lassen Sie die Demo auf einem älteren Telefon im Mobilfunknetz laufen, nicht im WLAN. Warum das über Buchungen entscheidet, steht in Ladezeit und Direktbuchung.

Was Sie jetzt tun können

  1. Direktumsatz bestimmen: Wie viel Umsatz kam in den letzten zwölf Monaten über Ihre eigene Seite, über Anfragen per Mail und Telefon?
  2. Gebühr hochrechnen: Diesen Umsatz mit dem Prozentsatz Ihres Tarifs multiplizieren. Das ist Ihre jährliche Buchungsgebühr.
  3. Gegenrechnen: Diese Summe gegen die laufenden Kosten einer eigenen Lösung stellen, über drei bis fünf Jahre.
  4. Technik prüfen lassen: Der kostenlose Technik-Check sagt Ihnen, was Ihre heutige Seite an Buchungen liegen lässt, unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden. Welche Lösung zu welchem Haus passt, zeigt auch die Direktbuchungs-Website im Überblick.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Fällt die Buchungsgebühr auch auf Buchungen über meine eigene Website an?

Bei den verbreiteten Baukästen ja. Die Gebühr hängt am Buchungsvorgang, nicht am Kanal. Sie zahlen sie also auch für Stammgäste, die direkt bei Ihnen buchen. Prüfen Sie im Tarifvergleich, ob es eine Variante ohne Gebühr gibt.

Ab welcher Größe lohnt sich eine eigene Website?

Nicht die Anzahl der Einheiten entscheidet, sondern der Umsatz über den eigenen Kanal. Als Faustregel: Wenn ein Prozentpunkt Buchungsgebühr mehr kostet als die monatliche Pauschale einer eigenen Lösung, ist der Wechsel eine Rechnung wert.

Kann ich später vom Baukasten wechseln?

Ja, und das ist der übliche Weg. Wichtig ist, dass Domain und Inhalte Ihnen gehören und Sie Gästedaten exportieren können. Klären Sie das, bevor Sie einsteigen, nicht wenn Sie wechseln wollen.

Was kostet eine eigene Direktbuchungs-Website bei HOHEIT?

Das Paket Gastgeber beginnt bei 4.900 Euro einmalig und 149 Euro im Monat, das Paket Haus für Hotels bei 18.000 Euro einmalig. Eine Buchungsgebühr auf Ihre Direktbuchungen gibt es nicht, ebenso keine Lizenzgebühr pro Zimmer.

Über die Redaktion

HOHEIT Redaktion

Die Redaktion von HOHEIT, einem Produkt der EA Digital Solutions e.U. in Graz, schreibt über Provisionen, Direktbuchung, Channel-Manager, KI und Recht in der Beherbergung. Jede Zahl mit Quelle, jeder Text von Menschen geprüft.

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